{"id":789,"date":"2025-11-23T16:19:21","date_gmt":"2025-11-23T15:19:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.soekeland-galerie.de\/?page_id=789"},"modified":"2025-12-13T21:56:48","modified_gmt":"2025-12-13T20:56:48","slug":"ein-neues-bild-von-dir","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soekeland-galerie.de\/index.php\/ein-neues-bild-von-dir\/","title":{"rendered":"Ein neues Bild von dir"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"778\" src=\"https:\/\/www.soekeland-galerie.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ein-neues-bild-von-dir.jpg\" alt=\"Ein neues Bild von dir\" class=\"wp-image-790\" srcset=\"https:\/\/www.soekeland-galerie.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ein-neues-bild-von-dir.jpg 1000w, https:\/\/www.soekeland-galerie.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ein-neues-bild-von-dir-300x233.jpg 300w, https:\/\/www.soekeland-galerie.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ein-neues-bild-von-dir-768x598.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Ein neues Bild von dir<\/strong> <br>\u00d6l, Acryl auf Leinwand, 70 x 90 cm, 2021<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bild wurde 2021 f\u00fcr die Ausstellung 50 Jahre St\u00e4dtpartnerschaft Lublin-M\u00fcnster gemalt. Die Darstellung zeigt zwei moderne Frauen, die sich gegenseitig malen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Symbolische Darstellungen eines Landes als Frau hat eine lange Tradition. Erste Zeugnisse dieser Darstellungen sind vermutlich die Standbilder der Pallas Athene vermutlich. Die Attribute der Athener Schutzpatronin gingen in der r\u00f6mischen Antike gingen auf die r\u00f6mischen G\u00f6ttinnen Minerva \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frau links soll die Mutter Germania darstellen. Diese Figur ging aus der Thusnelda, die Ehefrau des Arminius, hervor. Sie wurde von den R\u00f6mern gefangen genommen und im Triumphzug \u00f6ffentlich vorgef\u00fchrt. Es gibt zwar keine Beweise jedoch wird seit Jahrhunderten die trauernde Barbarin als Darstellung der historischen Pers\u00f6nlichkeit Thusneldas angesehen, da ihre Kleidung der Beschreibung germanischer Frauen entsprach. R\u00f6mische M\u00fcnzen zeigen eine Germania in entw\u00fcrdigender Pose, mit entbl\u00f6\u00dftem Oberk\u00f6rper, trauernd auf ihrem Schild sitzend und mit zerbrochenem Speer. Die Germania zeigt sich in den Darstellungen auf M\u00fcnzen des Kaisers Hadrian in der Art einer Minerva. Sie steht aufrecht mit Schild und Speer, nur mit der Inschrift \u201eGERMANIA\u201c. Es gibt verschiedene Darstellungen, auch die mit einer entbl\u00f6\u00dften Brust, nicht als Zeichen der Dem\u00fctigung, sondern als Attribut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Modell diente eine Abbildung der Schauspielerin Jeanne Goursaud, die in der Filmserie \u201eDie Barbaren\u201c die Figur der Thusnelda spielte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frau rechts soll die Mutter Polonia darstellen. \u201eGaude Mater, Polonia\u201c (lateinisch Freue dich, Mutter Polen) aus dem 13. Jhdt. \u2013 in diesem Loblied erscheint die Polonia zum ersten Mal als Person.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Konzil von Trient kam es zu einer best\u00e4ndig wachsenden Marienverehrung. Im 17. Jhdt. findet sich in der engen Verbindung zwischen der Gottesmutter Maria und der Polonia die Aufteilung der Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das Jenseitige und Diesseitige der Welt wieder. Der Sieg gegen die schwedische \u00dcbermacht in in Tschenstochau wurde als Wunder der schwarzen Madonna gedeutet. Der polnische K\u00f6nig erkl\u00e4rte die Muttergottes zur Regina Polonia.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Nationaldichter Adam Mickiewicz nahm 1830 den Gedanken von der Mutter Vaterland in seinem Klagegedicht \u201eDo matki Polki\u201c (\u00fcbersetzt An die Mutter Polin) wieder auf. Es stand damit im direkten Gegensatz zum \u201eGaude Mater, Polonia\u201c. Dort hei\u00dft es: \u201eGaude, mater Polonia, \/ prole fecunda nobili\u201c (lateinisch Freue dich, Mutter Polen \/ fruchtbar an edlen Nachkommen), doch in diesem Text erwartet den Sohn der polnischen Mutter Gef\u00e4ngnis, Zwangsarbeit und der Tod am Galgen. Der einstige Lobgesang wandelt sich in eine schwerm\u00fctige Elegie, die jedoch mit der Mutterschaft Mariens die Verbindung zur polnischen Mutter herstellt und Trost und Zuversicht spenden soll. Der Maler Jan Matejko zeigte eine gedem\u00fctigte und in Fesseln gelegte Polonia als Sinnbild f\u00fcr den Verlust der Eigenstaatlichkeit und die Unterdr\u00fcckung der polnischen Nation durch die Besatzungsm\u00e4chte Russland, \u00d6sterreich und Preu\u00dfen. Fortan wurde die Polen-Allegorie durchweg in Kontexten von Tod, Gewalt, Dem\u00fctigung und Gefangenschaft dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Bild soll zum Nachdenken dar\u00fcber anregen, dass gerade wegen der dunklen Historie zwischen beiden L\u00e4ndern eine neues gegenseitiges Bild voneinander entstehen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausstellung &#8222;<strong>Kulturbogen \u2013 Pomost kultury&#8220;, 50 Jahre St\u00e4dtepartnerschaft M\u00fcnster-Lublin<\/strong>, <br>pART 96 in Lublin, Polen, und in der \u00dcberwasserkirche 2021 wegen Corona nur als Banner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild wurde 2021 f\u00fcr die Ausstellung 50 Jahre St\u00e4dtpartnerschaft Lublin-M\u00fcnster gemalt. Die Darstellung zeigt zwei moderne Frauen, die sich gegenseitig malen. Symbolische Darstellungen eines Landes als Frau hat eine lange Tradition. 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